Donnerstag, 22. Dezember 2011

...A Death Before Christmas [Part IX]


DEATH


Individual Thought Patterns


VÖ: 22.06.1993


DEATH METAL




Bei den Arbeiten zum fünften DEATH-Album "Individual Thought Patterns" ist Chuck Schuldiner angepisst. Richtig angepisst. Übersetzt ins deutsche heißt der Titel der Platte soviel wie "individuelle Denkmuster" und mit diesen rechnet Schuldiner hier gnadenlos ab.
Bereits im ersten Track 'Overactive Imagination' richtet er sich gegen Menschen, die lügen, manipulieren und heucheln. Gemeint sind damit in erster Linie Journalisten (laut eigener Aussage vor allem Rock-Hard-Reporter Frank Albrecht). Dabei geht es insbesondere um ausgenutztes Vertrauen und darum, dass ein Statement abgedruckt wurde, das von Chucks Ex-Manager stammte, was den Death-Metaller nicht passte.
Dieser Manager erhält seine Quittung im Song 'The Philosopher'. Es vielleicht etwas unfair dessen Bisexualität  für eine harsche Kritik auszuneutzen. Trotzdem ist der Aufbau folgender Textstelle ziemlich clever: "So you preach about how I'm supposed to be, yet you don't you know your own sexuality!"
Musikalisch geht die fünfte Scheibe in dieselbe Richtung wie der Vorgänger "Human". Die Lieder sind vertrackt und technisch anspruchsvoll, aber sind trotzdem angenehm zu hören.
Ein Grund dafür ist auch sicherlich die kompakte Länge der Titel, denn mit knapp fünf Minuten ist 'Mentally Blind' der längste Track auf der CD. Alle anderen Lieder dauern knapp vier Minuten und kommen so auf eine Gesamtspielzeit von 40 Minuten.
Eine echte Rarität im Bereich progressiver Musik, wo ausladende acht bis neun Minuten Hymnen mit selbst-darstellerischen Frickel-Kuriositäten die Regel sind. 
Dass uns dieser Horror auf der vorliegenden Platte erspart geblieben ist, ist wohl auch der Verdienst der kompetenten Band, die Chuck zusammengestellt hat. Mit Steve DiGiorgio ist zwar nur ein alter Bekannter wieder mit an Board, aber auch mit KING-DIAMOND-Klampfer Andy LaRocque und Schlagzeug-Talent Gene Hoglan bewies Schuldiner wieder einmal das richtige Händchen.
Die Entwicklung von DEATH ist beachtlich. Innerhalb von sechs Jahren wurde aus einer thrashigen Old-School-Death-Metal-Band eine technisch perfekte Metal-Band, die im Bereich Progressivität Mitte der Neunziger Jahre Maßstäbe setzte. Das DEATH-Album, was aber den meisten Menschen in Erinnerung bleiben sollte, sollte jedoch erst noch erscheinen.


[Adrian]

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