Dienstag, 20. Dezember 2011

...A Death Before Christmas [Part VII]


DEATH


Spiritual Healing


VÖ: 16.02.1990


DEATH METAL




DEATH waren bekannt dafür, dass sie nie ein Album in der selben Besetzung eingespielt haben. Allerdings waren die Line-Up Veränderungen zwischen "Leprosy" und "Spiritual Healing" noch überschaubar. Einzig Rick Rozz musste gehen und wurde durch Tausendsassa James Murphy ersetzt. Trotz der geringen Veränderungen ging das 1990er Album in eine andere Richtung. Konsequenterweise entwickelten sich die Kompositionen weiter und die Technik trat hier deutlicher in denn Vordergrund. Die blanke Urgewalt der 80er Jahre war nun völlig einer progressiven Herangehensweise gewischen. 
Dieser Kurswechsel hat vielen alten Fans nicht ganz geschmeckt. besonders denen, die gerade den primitiven, brutalen Sound mochten. Die meisten jedoch schätzten, dass nun mehr Platz geschaffen wurde für ausladende Riff-Exzesse und traditionell schwermetallische Momente. Schon der Opener 'Living Monstrosity' ist ein heftiger Death-Thrash-Batzen, der mit viel Groove und intelligenten Texten zu überzeugen weiß, Der letzte Punkt ist aber generell eine Stärke des dritten DEATH-Langspielers. Sozialkritik war bis zu dem damaligen Zeitpunkt nicht unbedingt die üblichste Thematik im  Death Metal, aber schon durch den Ursprung im Thrash Metal eine logische Folge. 
"Claiming insane is the way to freedom / People are stupid enough to believe them" aus dem zweiten Track 'Altering The Future' oder auch "Practice what you preach / Your loved one is now deceased / Knowledge is at our hands / Never to understand" aus dem Titeltrack sind sehr clevere Zeilen, die bewiesen, dass Schuldiner auch als Texter große Qualitäten hat. 
Ähnlich wie auch beim Vorgänger ist es auch hier sehr schwer Favoriten herauszufiltern. Alle acht Tracks sind in sich perfekt und passen wunderbar zu einander. 
"Spiritual Healing" ist wohl eine der wichtigsten Platten Schuldiners, wenn man sich seine persönliche Entwicklung anschaut. Dieses Werk ist wegweisend und macht klar, dass Evil Chuck keinen Bock auf Stillstand hat und immer in Bewegung bleiben muss. Gleichzeitig war mit ihm aber auch laut seiner Weggefährten nie gut Kirschen essen,  wenn es um die Band ging. So musste sich wohl auf der "Spiritual Healing" Tour 1990 der Bruch zwischen Chuck und seinen damaligen Mitmusiker ereignen, Denn er machte keine Kompromisse und wenn die Bedingungen für eine Tour oder die Aufnahme eines Albums nicht perfekt waren, musste sich etwas ändern oder die ganze Sache abgeblasen werden. Dass man sich mit dieser konsequente nSichtweise nicht nur auf Freunde macht, erfuhr das Mastermind  auf schmerzliche Weise. Denn nachdem er erneut eine Tour durch Europa wegen akuter Erschöpfung absagen wollte, gingen Andrews, Butler und Co. einfach alleine auf Tour und versuchten Schuldiner kurzer Hand aus der Band zu schmeißen. Dass dieser schwachsinnige Plan scheitern musste, hätte allen Beteiligten aber auch von vornherein klar werden müssen. Immerhin ist DEATH mit Chuck Schuldiner gleichzusetzen, während die drei Kollegen für den kreativen Prozess nicht wichtig waren. Ihre Meuterei scheiterte also und endete damit dass sie auf die Straße gesetzt wurden. Ein Glücksfall: denn so konnte sich DEATH selbst neu erfinden und mit dem 199er Album "Human" gleich mehrere progressive Schritte nach vorne machen. Dazu aber anderer Stelle mehr.


[Adrian]

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