CD-Reviews





ALCEST 


Les Voyages De L'Âme 


VÖ: 06.01.2012


POST BLACK METAL






Bis noch vor einem Jahr hätte mir noch niemand erzählen können, dass ALCEST mir jemals gefallen würde (von den ersten Schritten der franzmännischen Kapelle mal abgesehen). 
Wer PESTE NOIRE gewohnt ist, der beißt bei ALCEST ja auch auf Granit, wie wohl bekannt.
Doch Songs wie 'Percées de Lumière' waren es letztendlich, welche mich doch noch recht schnell überzeugten, dazu die Atmosphäre von Neige’s einnebelnden Live-Darbietungen.


Etwas Sorge bereiteten mir Anmerkung von ALCEST-erfahrenen Freunden, Neige wolle die Passagen aus feminin anmutenden Gesang und kunstvoll eingebrachten Gewimmer noch verstärkt einsetzen und bald ganz auf sein zerreißendes Kreischen verzichten. 
Aber vorab: "Les Voyages De L'Âme" ist noch weit davon entfernt.


Das Cover ziert die Silhouette eines stolzen Pfauen, der in einem majestätischen Federkleid durch einen archaischen Torbogen blickt, der Sonne entgegen, umgeben von Efeu. 


Anfangs ist der gespannte Hörer noch skeptisch: kitschiges Klavier, simple, nur allzu gewöhnliche Gitarren, dass will man doch nicht! 
Jedoch ist einfach nur Geduld angesagt. Schnell erfährt man wieder vor sich hin plätschernde E-Gitarren, berauschenden Gesang und sphärische Melodien, Soli und auch Frontmann Neige’s kontrastierendes Geschrei findet Einzug in das Album.


Wie schon zuvor verstehen es die Musiker die üblich graue Masse hinter sich zu lassen und einfach eigen zu sein, egal wie schwer es dem chronisch antagonistisch klischeebeladenen Online-Schwarzmetallkrieger auf den Magen schlägt. 
Neige ist bei Weitem keine Art Black-Metal-Teenie-Star, der nur wochenends-depressive Girlies zu überzeugen vermag und sie in ihrem Selbstbild bestätigt (wenn sich dieser Tatbestand auch aufgrund immer wieder vorhandenen Ausnahmen leider bisher nicht ganz aus der Welt schaffen lies … aber man arbeitet dran). 
Zurecht kann man ihn als absolut unbeeinflussten Visionär bezeichnen, dessen Musik man vielleicht nicht mögen muss, aber doch allemal respektieren, zumal meist lediglich der Mut der Horde fehlt, sich von ihrem chronischen Harte-Eier-Zwang zu lösen, welcher verdammt nochmal auf die Bühne von MANOWAR gehört oder in den Musikpark (Anmerkung der Redaktion: Der Musikpark ist eine Kette von Diskotheken für Hip-Hop-, Techno- und Atzen-Musik)!


! "Les Voyages De L'Âme" schließt vom Gesamtklangbild nahtlos an "Écailles de Lune" an und bietet ein ähnliches Muster an Abwechslung zwischen Ruhe, Epik und Atmosphäre, wenn ich zugegebener Maßen auch nicht geneigt bin, mir das Album mehrmals am Stück durch zu hören.
Für manche wird es ein weiteres hörenswertes Album im Schrank (oder der Externen Festplatte) sein, für viele wohl aber auch der bisherige Höhepunkt von ALCEST (man warte auf eine eventuell geplante Tourneen) und für wieder andere vielleicht ein Ansatzpunkt in Sachen Horizonterweiterung.


Tipp von mir zum Probehören: Titel sechs 'Faiseurs De Mondes'.




8 von 10 Punkten


[VVolk] 


















ACHERONTAS


Vamachara 


VÖ: 25.10.2011


BLACK METAL


Vorab: "TA TVAM ASI" (2007), der erste Streich der Griechen, war eindeutig anders als die neue Scheibe.


Ein düsteres Intro halb Geflüster halb schwarzes Gebet, gefolgt von drohenden Trompeten -
Der Sturm beginnt mit 'Blood Current Illumination', schnelles Schlagzeug begleitet von kalten Gitarren, später melodischer mit dem gewohnt bösen Gekreische. Während sich die Gitarren immer mehr vermischen wechselt das Kreischen in dunkl-dumpfes Gröhlen über.
Es folgt etwas zum Augenschließen: 'Abraxas'! Untermalt mit einem feinen Chor startet das starke Stück und öffnet einem schnell die Augen. Pennen ist hier nicht! Die Klangkulisse lässt es weiterhin krachen und wird nur gelegentlich für einen Übergang von simplen Melodien unterbrochen.
Zum Titelsong will ich gar nicht viel schreiben, er ist einfach nur mächtig und mit übelem, verzweifeltem Gekeuche und einem harmonischen Solo versehen!
Es wird orientalischer mit typisch morgenländischen Instrumenten. Solche Intermezzos kennt man ja bereits von anderen Musikern aus diesem Teil der Welt.
Bevor ich wieder jeden Akkord zu beschreiben versuche, fasse ich den Rest mit 'apokalyptisch' zusammen, damit der Neugierige auch noch was zum Erforschen hat.


Der geneigte Watain-Hörer, der die Schnauze voll hat von eben dieser Band, der sollte sich ARCHERONTAS wirklich mal zu Gemüte führen. Es mag einem vieles bekannt vorkommen, aber sicherlich ohne den "och, schon wieder dasselbe"-Effekt. 
Die Abwechslung geht zwar mit der Zeit etwas verloren, dafür verliert sich das Album aber auch nicht in ewig langen Ambient-Arien wie "TA TVAM ASI2 sondern zieht kräftig heftig durch.


Ich bringe den Göttern jetzt noch ein Rauchopfer und lass den Abend mit einer Ladung feurigem Geriffe ausklingen. 


8,5 von 10 Punkten.


[VVolk]




























HAEMOTH



In Nomine Odium


VÖ: Bereits Erschienen


BLACK METAL


Haemoth - In Nomine Odium (Debemur Morti Production 2011). Nach nun schon etwas mehr wie längerer Zeit, das letze Album veröffentlichte man 2004, dem 2005 noch eine E.P. folgte, melden sich die Franzosen Haemoth Anfang November 2011 mit ihrem dritten Langeisen „In Nomine Odium“ zurück.


Konsequent und mit einer ordentlichen Portion Wut im Bauch geht es auf dem neuen Teil des Duos tüchtig zur Sache, denn die sieben Songs mit einer Gesamtspielzeit von knapp 45 Minuten sind mit Sicherheit nichts für Weicheier, hier wird schon recht ordentlich geprügelt und geknüppelt, das einem die Fetzen nur so um die Ohren fliegen. Eiskalter, roher, traditioneller Black Metal mit einem schon sehr schwedischen Schlag, bei dem ganz ordentlich Gas gegeben wird, das ungestüm und mit blasphemischer Raserei, natürlich gibt es auch Atempausen in denen teilweise meist düstere, dramaturgisch wirkendende und schleppende Passagen eingebaut wurden, diese sind aber oft nicht von allzu langer Dauer, nicht ganz leicht verdaulich und der nächste Wutausbruch ist somit auch programmiert. Haemoth gehen auf „In Nomine Odium“ mit Sicherheit ihren eigenen Weg, der wohl in der Szene auch mit recht gemischten Gefühlen zur Kenntnis genommen werden wird. Ich sag es mal so, der eine kommt damit klar, der andere nicht, der eine wird es mögen, der andere es eher mehr als überflüssigen Müll betrachten. Ich aus meiner Sicht finde dieses Album genial, auch wenn manchmal etwas monoton und verwirrend einiges dargeboten wird, keine leicht verdauliche Kost die etwas genauer betrachtet werden sollte.


Eingeläutet wird das Album durch ein etwas von der Länge überzogenes Intro, womit man sich aber auch eine doch recht düstere Stimmung und Atmosphäre erschafft und es sich schon erahnen lässt, was hier auf einen zu kommt, mit Double-Bass und Blast Gewittern werden meine Gehörgänge malträtiert, wobei das Trommelfell schon arg leitet, aber auch in Verzückung mit bebt, dazu sägende, auch mal etwas verzerrte Riffs, die einiges abverlangen und tüchtig ins Mark gehen. Dem aber nicht genug, Haemoth prügeln zwar wie die Sau und das auch recht gekonnt, doch können mich auch ihre teilweise etwas Industrial angehauchten Einlagen vom Hocker hauen, gekonnt angehängt verarbeitet wird es nie langweilig und für Spannung wird genug gesorgt, was auch einigen doch recht düsteren Passagen zu verdanken ist, die dem Album einen gewissen Kick geben. 


Zwar ist „In Nomine Odium“ im gesamten gesehen etwas an Gewöhnung bedürftig, nur auf seine eigene Art aber auch nur genial. Nicht jeder wird das mögen, nur im insgesamt Ausgetretenen Genre eine mehr wie willkommene Abwechslung ohne den schwarzmetallischen Spirit missen zu lassen. Mein Kritikpunkt ist etwas der Gesang, zwar keifend wie viele Black Metal Bands wird hier einige Male aber doch recht künstlich verzerrt, was nicht immer gut ankommt, dem Gesamtbild aber fast keinen Abbruch tut.


Wie gesagt, einer wird es mögen, der andere nicht, mir persönlich gefällt das Teil gut und ich kann es jeden nur empfehlen der was mit Bands wie Dark Funeral, Setherial aber auch Gorgoroth anfangen kann, auch wenn Haemoth schon etwas anders klingen, am besten an testen




8,5  von 10 Punkten


[666YOEK]














VENOM


Fallen Angels


VÖ: Bereits erschienen


OLD-SCHOOL BLACK METAL




VENOM- Fallen Angels (Spinefarm Records 2011). VENOM - die Legende lebt, und mehr denn je, denn 30 Jahre! nach ihren Debüt-Album „ Welcome To Hell“ hat die wohl mittlerweile berühmteste Krach-Kapelle der Welt ihr 13. Studio-Album unter dem Titel „Fallen Angels“ abgeliefert, welches für mich aber auch wieder der Beweis ist, das diese Band zu Recht mehr wie einen Kult – Status besitzt. Auch in den Achtzigern oft als Rumpel-Combo bezeichnet, wurden sie schon durch ihr zweites Album „Black Metal“ die Ur-Väter und Namensgeber eines Genres, mit dem sie eine nicht mehr zu stoppende Welle auslösten, obwohl ihre Art des Metals eher im Thrash anzusiedeln ist und heute als Old School bezeichnet wird.

Ich war gerade mal 16 Wiegentag Jahre alt, da bekam ich über Umwege, anno 1985, eine MC zugespielt, welche bereits das vierte Album von VENOM war, „Possessed“ der Titel, welcher im wahrsten Sinne des Wortes mich besessen von der Musik der Engländer machte, und um es kurz zu machen, genau so ähnlich klingt, wie auch das aktuelle Album von Cronos & Co, also schmutziger, roher Black´n´Roll, thrashlastig, rotzig und vor allem mit ordentlich Groove. VENOMist über die Jahre sich so true geblieben, wie kaum eine andere Band, sie halten an ihren Konzept fest und haben sich auf ihre eigene Art weiterentwickelt, wenn man das überhaupt so sagen kann, denn VENOM klingt wie VENOM, egal welches Album man hernimmt, und das ohne Abnutzungserscheinungen, das soll den Engländern erst mal einer nachmachen.

Auf den neuen Silberling von VENOM wurden 13 Songs verewigt, welche über etwas von 57 Minuten nur so von purer Energie strotzen, als wäre es erst der Anfang einer Band, Spielfreude pur und nach 30 Jahren keine Spur der Abnutzung, im Gegenteil, VENOM laufen zur Hochform auf, auch wenn Cronos, der Bandleader das beachtliche Alter von fast 49 Jahren erreicht hat. Gekonnt eingebaute Tempowechsel , wie sie von der Band eher selten in dieser Art zu hören waren sind eingebaut worden, dazu hat man sich insgesamt zwar auf den VENOM typischen Stil eingeschossen, nur mit dem Unterschied, dass das gebotenen Material variabler angeboten wird. Zwar bleibt der musikalische Rahmen enggesteckt wie gewohnt, doch in diesem 

Raum bewegen sich VENOM ungewohnt agil und abwechslungsreich. VENOM sind halt VENOM geblieben und das ist auch gut so, ohne Experimente geht die Band ihren eigenen Weg unbeirrt weiter und wer VENOM immer mochte wird sie auch weiterhin mögen.

VENOM marschiert weiter wie gewohnt, ist eine der truesten Bands der Metal Geschichte, es gibt zwar nicht viel ungewöhnlich nennenswert neues und dennoch wirkt das gebotene Material frisch, dazu mit einigen Raffinessen versehen. Was will man also mehr, wo VENOM draufsteht soll auch VENOMenthalten sein und das ist hier garantiert der Fall, das stärkste Album der Engländer seit langen. 



10 von 10 Punkten


[666YOEK]















RECKLESS MANSLAUGHTER


Storm Of Vengeance


VÖ: Bereits Erschienen


BRUTAL DEATH METAL






Vom Wetter gab es es diesen Sommer nicht viel Gutes zu berichten, aus der Stadt Wetter hingegen umso mehr denn. Denn die Buben von RECKLESS MANSLAUGHTER aus Nordrhein-Westfalen hauen mit ihren Album "Storm Of Vengeance" wunderbar auf die Todesblei-Kacke.
Die neun brutalen Hymnen sind zwar erst das zweite Lebenszeichen nach der 2010er Demo, allerdings zeigt man sich hier geschmackssicher. Nämlich für Mastering und Mix war kein geringerer als Elchtod-Urgestein Dan Swanö zuständig. Dieser hat dem Album ein herrlich fieses Antlitz verliehen, ohne die Jungs dabei in Richtung Stockholmer Schule zu drängen.
Sänger Leimy grunzt in den tiefsten Subwoover-Gefilden und die Instrumentalfraktion schwankt zwischen Stakkato-Attacken und heftigem Groove. Das überstrapazierte Stilmittel Pig-Squeals wird hier dosiert und besonnen eingesetzt. Ebenso songdienlich verhält man sich bei der Songlänge. Kein Titel ist länger als gute fünf Minuten. 'The Defiler' ist mit 311 Sekunden der mit Abstand längste Track der Platte. Dieser ist aber  deswegen kein bisschen weniger spannend als die anderen Titel. Manchmal liegt die Würze eben in der Kürze und so sind es auch gerade die U3-Minüter 'Nuclear Bunker Buster' und 'Atomic Aftermath' die Songs, die man am schnellsten verinnerlicht hat.
Aber auch im weiteren Verlauf sorgen Abrissbirnen wie 'Everlasting Punishment' für gute Laune. Denn hier regiert der Deathgrind, was sich in infernalischen Kreisch-Ausbrüchen und kurzen Blast-Beat-Angriffe niederschlägt. 
Aber auch Slam-Freunde werden bedient so findet man in 'Deavastating Domination' auch Breakdowns (...eh ich meine naütrlich Slam-Passagen). Daneben finden sich auch leichte Hardcore-Elemente wie Back-Up-Shouts, aber das ist eher eine Randnotiz, die trotzdem das Überraschungspotenzial dieser Scheibe beweist.
Denn dabei bleibt es nicht. Mit ziemlich viel Death'n'Roll kommt 'Jonathan The Hedgehog Killer' daher. Diese Verbindung aus Squeals, Screams, Growls und Groove erinnert sehr stark an zwei Bands aus deutschen Landen, die auf die Namen MILKING THE GOATMACHINE und (ältere) DEBAUCHERY hören. Ist das ein Schwachpunkt? - Nein, denn der Stilmix ist einerseits abwechslungsreicher als der Sound der schwäbischen Blutgötter und zum anderen grindiger als das, was die Ziegenböcke in der Regel so fabrizieren.
'The Awakening' ist dann noch ein schöner Abschluss, der eindeutig KATAKLYSM-Schlagseite aufweist. Viel Tempo aber stets nachvollziehbare Songstrukturen und ein wenig Melodie sind hierbei ein erfolgversprechendes Rezept. 
Insgesamt ist "Storm of Vengeance" eine mehr als gelungene Platte, die Death Metal und Grindcore wunderbar verbindet. Es ist zwar vielleicht etwas zu sauber für Extreme Metal produziert und wirkt so alles in allem auch ein wenig steril und kalt. Doch das ist auch der einzige Kritikpunkt, den man ernst dokumentieren muss. Anhänger der oben erwähnten Band werden hier vollends auf ihre Kosten kommen. Generell sollte aber jeder, der auf Brutal Death Metal, Deathgrind und Slam steht, mal in dieses Werk in hineingehört haben. Denn  RECKLESS MANSLAUGHTER stechen eindeutig aus dem Einheitsbrei heraus, den die deutsche Slam Death Metal und Deathgrind Szene heutzutage leider bildet.



8 von 10 Punkten

[Adrian]









DEMONAZ

March Of The Norse

VÖ: Bereits Erschienen

BLACKENED HEAVY METAL

Als 2006 „Between Two Worlds“ von I als erstes Lebenszeichen des Duos Abbath / Demonaz seitdem Split von Immortal erschien, war die Euphorie groß. Rockig, melodisch und Black Metal im Stile der ganz alten Schule á la Bathory. Leider folgte allerdings kein direkter Nachfolger und auch Immortals Comeback-Album „All Shall Fall“ blieb hinter den Erwartungen. Da ist die Freude umso größer, dass Demonaz mit den I-Mitstreitern Ice Dale und Armagedda sein eigenes Solo-Album auf den Markt wirft. Viele Stärken wurden nämlich dabei von „Between Two Worlds“ übernommen und sogar um einige Stilmittel erweitert, wie beispielsweise klare Gesangslinien („A Son Of The Sword“). Dafür wurde der Rock’n`Roll-Faktor zu Gunsten einer Quorthon-würdigen Erhabenheit zurückgefahren. Aber davon profitieren vor allem Songs wie „All Blackened Sky“ oder auch der Titeltrack „March OF The Norse“, die durch geniale Riffs und Soli jedem Viking Black Metal Fan das Wasser im Munde zusammen laufen lassen. Vielen dürften zwar der Sound und die Songstrukturen auf Dauer etwas langweilig vorkommen, andere hingegen werden von genau diesen gefangen genommen werden und bis zur letzten Note nicht mehr losgelassen.
Alles in allem ist diese Scheibe aber der perfekte Soundtrack für eine Wanderung nach Asgard.

9 von 10 Punkten

[Adrian]


















BURZUM

Fallen

Bereits Erschienen

BLACK METAL




Varg Vikernes hat 2010 ein bärenstarkes Album namens „Belus“ abgeliefert, das dem ganzen Plastik-Schablonen-Bands gezeigt hat, was der Altmeister des schwarzen Metalls noch alles so kann! Aber alles gesagt hat der norwegische Waldschratt damit noch lange nicht. Denn mit der aktuellen Scheibe „Fallen“ legt er noch mal eine Schippe drauf.
Der Silberling beginnt diesmal mit einem etwas vielseitigeren Vorspiel (die Milchflaschen bleiben im Küchenschrank). Es wird gesäuselt und rumort, wo durch der Hörer mit auf eine Reise durch düstere Fieberträume und schwarzromantische Fantasien genommen wird. Schon die ersten Tracks  „Jeg Faller“ und „Valen“ machen klar, dass der Weg von Belus konsequent weiter verfolgt wird. Geflüstertes Gekeife, verzweifelte Schreie, hymnischer Gesang, Beklemmung und epische Rifflandschaften bestimmen das Bild. Blake Judd von Nachtmystium hat mal ganz richtig festgestellt, dass Burzum ein einzelnes Riff mehrfach repetieren könnten und man ihnen auch nach 15 Minuten noch gerne zu hören würde.
Das kann ich nur bestätigen! Was bei anderen Bands langweilig und monoton klingt, nimmt einen bei Burzum gefangen! Doomig, ambient und tiefschwarz! Vikernes beweist dass man auch ohne 190 bpm erstklassigen Black Metal machen kann. Die sechs Lieder (exklusive Intro) sind ein Manifest für anspruchsvollen Metal abseits von Trends. Burzum bleibt Burzum ohne auch nur eine Fassette der eigenen musikalischen Historie zu leugnen. Ob episches Low-tempo („Enhver Til Sitt“) oder schneller und aggressiv („Vanvid“), jeder Schuss ein Treffer! Egal wie man zu der umstrittenen Person Vikernes steht, bleibt festzuhalten, dass er einer der besten, individuellsten und kreativsten Künstler ist, die es im Metal Bereich gibt! So bleibt auch wie schon bei „Belus“ die Erkenntnis, dass der kauzige Bergeremit aus Norwegen mal wieder das Album des Jahres vorlegt. Man darf gespannt sein, was Burzum noch alles abliefern werden. Wenn es so weiter geht werden uns auf jeden Fall noch einige Meisterwerke ins Haus stehen.

10 von 10 Punkten

[Adrian]













ALGAION

Exthros

Bereits Erschienen

EXTREME MELODIC BLACK DEATH METAL






Die Band Algaion wurde 1993 in Schweden gegründet und brachte letztes Jahr ihr drittes Full Length Album mit dem Namen „Exthros“ auf den Markt. Den Stil von Algaion könnte man als einen melodischen Black- und Death Metal Hybriden bezeichnen. Wer also hartes, schwarzmetallisches Liedgut sucht kann Algaion getrost vergessen.
Der Klang des vorliegenden Silberlings ist als äußerst klar und druckvoll zu beschreiben, erinnert mich aber eher an melodischen Death Metal neuerer Zeit als an Black Metal. Dazu tragen ebenfalls die Songstrukturen, sowie die extrem melodisch angelegte Gitarrenarbeit bei. Sogar das Drumming erinnert mich größten Teils eher an Death Metal. Einzig und allein der Frontmann sorgt dafür, dass eine schwarzmetallische Note in die Musik einfließt. Die Songs auf „Exthros“ sind alle sehr eingänglich und melodiös gehalten, was aber dazu führt, dass man die einzelnen Stücke schwer auseinander halten kann, da die Grundstruktur doch sehr gleichbleibend ist. Das Schlagzeug rattert in einem hohen Tempo vor sich hin, während die Gitarren immer neue Melodien fabrizieren und der Frontmann das Ganze mit seiner immer gleich bleibenden Stimme begleitet. Die Band kreiert hier eine recht eigenständige und bombastische Musik, die durchaus ihre Qualitäten hat. Freunde von melodischem Black oder besser gesagt Death Metal können hier durchaus mal ein Ohr riskieren.
Weniger ist manchmal mehr! Diese Binsenweisheit sollten sich die Jungs von Algaion gut einprägen. Die Songs zeugen alle von musikalischem Können und sind sauber eingespielt. Allerdings bleiben die einzelnen Songs nicht wirklich hängen, was daran liegen könnte, dass sie einfach so überladen sind mit immer neuen Melodien. Im Großen und Ganzen ist „Exthros“ ein solides Album geworden, was mich aber nicht aus den Socken haut. Freunde von melodischem Metal sollten die Band einmal antesten.

5 von 10 Punkten

[R. Anonymus]


















GNAW THEIR TONGUES

 l'arrivée de la terne mort triomphante

Bereits Erschienen

ORCHESTRALER NOISE






Gnaw Their Tongues wurde im Jahr 2005 in den Niederlanden vom Mastermind Mories gegründet und bringt mit „l'arrivée de la terne mort triomphante“ sein fünftes Machwerk auf den Markt. Den Hörer erwartet hier beklemmender, orchestraler Noise, der einem einige Geduld abverlangt.
„l'arrivée de la terne mort triomphante” ist ein sehr schwer zugängliches Werk, was sich nicht so einfach erschließen lässt, wie eine stinknormale Metal Platte. Jeder, der nur das schnelle Hörvergnügen sucht kann also direkt weiter klicken, denn sowas wird hier eindeutig nicht geboten. Hier werden klangliche Welten geschaffen die den Hörer an finstere Abgründe führen und ein beklemmendes Grundgefühl erschaffen, was einen das ganze Album über begleitet. Hier entsteht ein Hybrid aus orchestralen, verschachtelten Noise Elementen und einer für den Black Metal typischen, kreischenden Stimme, die allerdings nicht über den Songs schwebt, sondern sich komplett in diese integriert. „l'arrivée de la terne mort triomphante“ könnte sehr gut ein Sound Track zu einem post apokalyptischen Horrorszenario sein, so sehr wird man davon in einen finsteren Bann gezogen. Es wird eine eigene Welt aus harschem Noise, kalten Percussion Einschüben, unheilkündenden orchestralen Klassikpassagen, geisterhaften Chören und der unglaublich kranken Stimme von Moires erschaffen, in die man eintauchen muss um die Musik wirklich erleben zu können. Dieses Eintauchen benötigt allerdings eine ganze Weile, da keines der einzelnen Stücke gut zugänglich ist. Die einzigen Songs lassen sich sehr schwer beschreiben, so dass sich hier jeder seine Gedanken machen muss, welchen Pfad er durch die beinahe chaotischen Strukturen wählen möchte, denn ein klarer Leitstrang wird nur sehr selten sichtbar.
„l'arrivée de la terne mort triomphante“ ist kein Album für Jedermann. Wer allerdings die Zeit aufbringen kann und möchte, diesem Werk auf den Grund zu gehen, kann in eine düstere Welt eintauchen, die einen lange gefangen hält

7 von 10 Punkten

[R. Anonymus] 


















WEAPON

From The Devils Tomb

Bereits erschienen

BLACK DEATH METAL





Die Kanadische Band Weapon wurde im Jahr 2003 gegründet und bringt mit „From The Devils Tomb“ ihr zweites Full-length Album auf den Markt. Den geneigten Hörer erwartet mit dieser CD eine wuchtige Black/Death Granate, die einen mitzureißen weiß!
Schon mit dem ersten Track „From The Devils Tomb“ wird die Marschrichtung des Albums vorgegeben. Nach einem kurzen orientalisch anmutenden Intro setzen die wuchtig vertonten Gitarren ein und kreieren zusammen mit der donnernden Bass-Drum einen zäh fließenden Sound, der sich wenige Augenblicke später in einen reißenden Strom verwandelt. Über diesem herrlich, aggressiven Geballer erhebt sich die giftig röchelnde Stimme von „Vetis Monarch“. Doch trotz der aggressiven Vorgehensweise der Kanadier, werden melodische Elemente in den Song eingebaut, der auch mit einigen Tempowechseln zu begeistern weiß.
Der zweite Song „Vested in Surplice, and Violet Stole“ ist genauso druckvoll und intensiv gehalten wie der eben beschriebene Track. Hier werden dem Hörer gehörige Blast-Attacken um die Ohren geschleudert. Doch auch hier wird die Struktur ab und an durch gediegenere Passagen durchbrochen und mit eingängigen Gitarrensoli durchbrochen.
„Furor Divinus“ ist ein kurzer hasserfüllter Einschub, der rasend und teuflisch aus den Boxen bricht. Ein chaotisches und vor Hass triefendes Machwerk, welches allerdings nicht so abwechslungsreich gehalten ist, wie die vorherigen Songs.
Das darauf folgende „Vortex – 11724“ ist etwas schleppender gehalten. Besonders bei niedrigerem Tempo kommen die wuchtigen Gitarren richtig zur Geltung und machen Lust auf mehr. Allerdings wird auch hier das Tempo immer weiter angezogen und mit interessantem Gitarrenspiel angereichert.
Das fünfte Prachtstück auf diesem Silberling hört auf den Namen „LEFTHANDPATHYOGA“ und kommt im Gegensatz zu den anderen Stücken ohne Gesang und instrumentale Raserei aus. Dieses Stück ist sehr gefühlvoll geschrieben und auch die Gitarrenarbeit sorgt für eine dichte Atmosphäre. Hier ist eine kleine Verschnaufpause angesagt.
Nach dieser kurzen Ruhepause folgt einer meiner Favoriten auf diesem Album. Der Track „The Inner Wolf“ kommt schleppend aber verdammt fett aus den Boxen gekrochen. Untermalt wird die erste Passage mit seltsamen Chören, die mich an den Orient erinnern. Angeschlossen wird ein aggressiver, leicht chaotischer Part, der von einer röchelnden, fast beschwörend klingenden Stimme begleitet wird. Dieser Teil geht in eine Treibende Walze über, die von einer klaren murmelnden Stimme begleitet wird, um später in einen unglaublich nackenmuskelbeanspruchenden Part überzugehen, dass man kaum genug davon bekommen kann. Der siebte Track namens „Sardonyr“ startet mit einem orientalisch Anmutenden Intro um sofort darauf in ein donnerndes Getöse auszubrechen. Nachdem sich das Chaos langsam wieder auflöst setzt wieder orientalisches Geklimper ein, was sich durch ein äußerst gelungenes Schlagwerk und geschickt eingesetzte Gitarrenriffs zu einem mitreißenden, drückenden Riff verwandelt um nach und nach orientalisch auszuklingen.
Der Song „Trishul“ gestaltet sich eher schleppend und atmosphärisch. Er kann den Hörer durch den guten Einsatz der Instrumente und dezent eingespielte Chor-Einsätze in seinen Bann ziehen. Die Solos, die hier geboten werden, passen äußerst gut zum Riffing und tragen außerordentlichen zur Atmosphäre bei. Vor allem der im Downtempo gehaltene Bereich gegen Ende prägt sich durch seine gefühlvoll gespielten Soli ein.
Abschließend wird dem Hörer noch das Monstrum „Towards The Uncreated“ um die Ohren gehauen. Auch hier kann ich wieder sagen, dass alle Instrumente und vor allem auch die Stimme äußerst gekonnt eingesetzt werden. Hier wechselt sich ungebändigtes Chaos mit melodischen und getragenen Passagen ab. Ein sehr gelungener Abschluss für ein absolut geniales Album. Ich bin begeistert!
Dieses Album weiß durchgehend zu überzeugen. Die Songs sind sehr abwechslungsreich und intelligent aufgebaut, sodass  es dem Hörer niemals langweilig wird. Alle Mitglieder dieser Band können verdammt gut mit ihren Instrumenten umgehen und kreieren einen sehr drückenden Sound, von dem man gar nicht genug kriegen kann. Einen Haken hat das Album aber doch: Es ist viel zu schnell vorbei.

9,5 von 10 Punkten

[R. Anonymus]

















MOTÖRHEAD

The Wörld Is Yours

Bereits erschienen

ROCK’N’ROLL





Viele Journalisten, Musikfans und Kollegen haben Motörhead schon seit langem abgeschrieben. Deswegen verwundert es auch kaum, dass die letzten drei Alben der Altrocker  („Motörizer“, „Kiss Of Death“ und „Inferno“) schon kurz nach Veröffentlichung nur noch wenig beachtet wurden.
Eigentlich schade, denn seit der Jahrtausendwende hauen Lemmy und Co hauptsächlich Qualitätsarbeit heraus. Eine Möglichkeit um die trotzdem anhaltende Ignoranz zu erklären ist wohl einmal der Legendenstatus der Klassiker wie „Overkill“ oder „Ace Of Spades“  und die damit einhergehende Annahme dass Motörhead damit bereits alles gesagt hätten, was zu sagen wäre.
„The Wörld Is Yours“ zeigt diesen Vorurteilen selbstbewusst den Stinkefinger und zieht sein Ding dementsprechend schnörkellos durch. Das Motto lautet hierbei „Von Rock’n’Roll zum Metal und zurück“. Denn die neuste Motörhead-Langrille beginnt mit „Born To Loose“, „I Know How To Die“ und „Get Back In Line“ brutalst rockig und groovend. Die Stücke erinnern an lockere Nummern wie „Going To Brazil“ oder „Motörhead“. Wer nun aber denkt dass es kein entkommen aus den Rockabilly Rhythmen gibt irrt sich gewaltig. „Waiting For The Snake“ bereitet mit vermehrter Metal-Schlagseite den Boden für „Brotherhood Of Man“ vor. Dieser Song überrascht wohl jeden Hörer durch seine stampfenden und tief-gestimmten Gitarren. Selbst der sowieso sehr Bariton trällernder Lemmy geht noch mal um einiges tiefer  und röchelt geradezu die Lyrics des martialischen Anti-Kriegs-Songs ins Mikro. Ich scheue mich auch nicht zu sagen, dass dieser Track gar in Death’n’Roll Revieren wildert. Ungewöhnlich für Motörhead aber dennoch eine Großtat!
Auch das folgende „Outlaw“ ist ein lupenreiner Heavy Metal Kracher, dessen Strophen stampfend und aggressiv um die Ecke komme, während der Chorus sehr catchy ist. Im letzten Drittel der Scheibe wandert Sound erneut in Richtung Rock’n’Roll ab und findet im Abschlußtrack „Bye Bye Bitch Bye Bye“ seinen rockenden Höhepunkt.
 Allen Songs gemein ist aber trotz aller stilistischen Unterschiede ein wunderbares Arrangement und Phil Campbells virtuoses Gitarrenspiel.
„The Wörld Is Yours“ ist ein typisches Motörhead Album, hat aber auch viel Abwechslung abseits der Trademarks zu bieten. Dennoch bezweifle ich, dass aufgrund der obengenannten Vorurteile, die neue Scheibe ähnlich wenig Beachtung finden wird wie seine direkten Vorgänger.

8 von 10 Punkten

[Adrian]














LIFELOVER

SJUKDOM

Bereits erschienen

SUICIDAL BLACK METAL




"Congratulations, you've stopped living!"
Lifelover sind kaputt. Das merkt man daran dass sie ihr neues Album, Sjukdom (zu Deutsch „Krankheit“) am Valentinstag herausbringen, und das bestimmt nicht ohne Hintergedanken. Ich finde diese Idee ziemlich witzig, im Gegensatz zum Drum-PC, der das Album zu künstlich klingen lässt und mich persönlich sehr stört. Dadurch klingen die ganzen Lieder zu kalt, zu kalkuliert, zu perfekt. Das ranzige, verzweifelte Röcheln geht unter und das ganze Konzept klingt zu emotionslos, wie am Fließband abgemixt. Das ganze Album ist durchzogen von mal kurzen, mal langen Klavierparts die für eine gute, melancholische Abwechslung sorgen.
Der Anfang des Albums ist ziemlich fett. Heftige (wenn auch künstliche) Blastbeats leiten das bassbeladene Lied "Svart Galla" ein. Danach folgt ein recht schleppendes Stück "Expandera" und danach wieder ein schnelleres "Homicidial Tendencies". Sjukdom ist mit insgesamt 14 Tracks ein sehr, sehr abwechslungsreiches Album. Jeder findet dort seinen persönlichen Leckerbissen, den ich im Schlusslied "Karma" gefunden hab, ein Lied, welches mit extrem verzerrten Gitarren und mit einem von Wahnsinn verkündenden Gesang geschmückt ist. Obwohl sich in diesem Stück wiederholende Klavierparts befinden, wird die bedrohliche und aggressive Atmosphäre keinesfalls gebrochen, sondern klingt noch grotesker und hoffnungsloser.
Darüber hinaus finde ich an Sjukdom sehr gut, dass sie teilweise Samples benutzen, um Lieder einzuleiten oder ausklingen zu lassen. Ich weiß nicht ob sie aus Filmen stammen oder speziell für diese CD aufgenommen wurden, aber sie klingen gut. Meistens redet eine Frau (Der Anfangssatz ist übrigens auch von ihr). Manchmal sind es auch nur unverständliche Ausschnitte, die dem ganzen etwas Geheimnisvolles verleihen.
Musikalisch ist das Album super und die Grundidee genial. Es finden sich sogar einige Stücke mit Ohrwurmpotential wieder, aber Minuspunkte muss ich trotzdem vergeben und zwar an die Umsetzung. Einmal wegen dem künstlichen Schlagzeug und einmal wegen dem Album-Cover. Mehr als ein bisschen drauf gekotzte Farbe hätte man schon erwarten können.

7 von 10 Punkten

[Amalia] 













KREATOR

Live At Rock Hard Festival

Bereits erschienen

THRASH METAL





Es ist sicherlich unüblich Heftbeilagen anderer Musikmagazine zu rezensieren. Allerdings geht diese Live-CD der Altenessener Thrash-Titanen weit über den Status eines Gratis-Gimmicks hinaus. Kreator stellen mit diesem Live-Mitschnitt eindrucksvoll unter Beweis, dass sie auch nach 25 Jahren noch zu den Platzhirschen der Szene gehören, die ihr sie Publikum fest im Griff haben und gnadenlos abgefeiert werden. Die Stimmung ist einfach unverwechselbar, was jeder Fan, der Mille und Co schon einmal live bewundern durfte, bestätigen kann. Nur wenige Kapellen haben so viele Hits im Angebot, so dass die Menge fast jeden Song mitgrölen kann. Mit zum Beispiel „Endless Pain“, „Terrible Certainly“ oder „Pleasure To Kill“ haben sie zeitlose Klassiker, die gleichberechtigt neben Songs neueren Datums wie „Hordes Of Chaos“ oder „Enemy Of God“ stehen und auch funktionieren. Es ist bei so einer Hit-Dichte zwar klar, dass nicht jeder All-Time-Fave auf so eine Scheibe drauf kann, aber irgendwie seltsam ist es schon, dass man einen eher mittelmäßigen Song wie „The Pestilence“ viel besseren Nummern wie beispielsweise „Flag Of Hate“, „Extreme Aggression“ oder „Violent Revolution“ vorziehen kann.
Alles in allem hätte man sowieso mehr als acht Tracks  (plus Intro) auf den Silberling packen können, da es aber (trotz schöner Digi-Pack-Hülle und gut gestaltetem Artwork) immer noch eine Beilage bleibt, will ich nicht zu sehr meckern. Denn immerhin ist „Kreator – Live At Rock Hard Festival“ wohl das stärkste Bühnendokument, dass im vergangenen Jahre erschienen ist.


[Adrian]













MILKING THE GOATMACHINE

Seven... A Dinner For One

Bereits erschienen

GOATGRIND




Um ehrlich zu sein finde ich dass die Hessen von Miliking The Goatmachine etwas übertreiben, wenn es darum geht ihr Ziegenimage in Interviews breitzutreten. Allein schon den Planeten Goateborg als Heimatort  anzugeben ist grenzwertig. Zum Glück ist die Musik besser als ihr Humor. Auf "Seven... A Dinner For One" bekommt man nämlich delikaten Deathgrind serviert, der sich durch eine Menge Groove und Ohrwurmaffinität auszeichnet. Die Wolf und die sieben Geißlein Thematik ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache, aber die Lieder leiden darunter überhaupt nicht. Mitsingen macht auch bei so seltsamen Titeln wie „The Wolf Is Dead“ oder „Beware Of The Wolf“ trotzdem Spaß. Daneben gibt es mit „Ding Dong“ eine verdammt coole Referenz zu „Der blutige Pfad Gottes 2“. Des Außerdem finden sich auch auf dieser Scheibe wieder interessante Coverversionen und Tribute, die sich auf bekannte Songs beziehen. Mit zum Beispiel „Milk Me Up Before I Go Go“ und „Like A Goatmachine“ finden sich starke Neuinterpretationen, die vor allem mit ansprechender Gitarrenarbeit überzeugen.
Im direkten Vergleich mit dem Debüt „Back From The Goats“ wirkt „Seven… A Dinner For One“ brutaler und weniger gefällig. Während auf dem Debüt noch teilweise moderne Ansätze und in manchen Momenten sogar leichte Deathcore Akzente zu finden waren, regiert hier allein Death Metal und Grindcore. Dies erkennt man bereits bei einem Blick auf die Tracklist,  17 Songs von denen viele die zweieinhalb Minuten Grenze bisweilen meilenweit unterschreiten. Das schadet allerdings dem Material nicht. Im Gegenteil. Längen und Durchhänger finden sich durch maximalen Ideenreichtum so gut wie überhaupt nicht auf der Scheibe.
Da bleibt das musikalische Schaffen von Goatfreed und Co auch bei noch so peinlichen Interviews über ihren Ziegenplaneten und bitterböse Wölfe unantastbar.  
                                                                                                                                       
8,5 von 10 Punkten

[Adrian]

















WALD GEIST WINTER

Teufelskreise 

Bereits erschienen

BLACK METAL





Der thüringische Untergrund zählt schon lange zu den qualitätsmäßig besten Schwarzstahlschmieden hierzulande. Zahlreiche Veröffentlichungen, zumeist von hohem Niveau, sprechen eine deutliche Sprache. Genau aus diesem eingeschworenen Kreis, umgeben von namhaften Mitstreitern, kommen auch WALD GEIST WINTER und liefern nach 2 Demos (2006, 2007), wo schon bewiesen wurde, das man das Schwarzstahl- Handwerk versteht, nun mit „Teufelskreise“ ihr lange erwartetes Debüt-Album kurz vor Jahresende 2010 ab.                                                                                                                          
Die sieben Songs von etwas über 33 Minuten Spiellänge auf „Teufelskreise“ bewegen sich im etwas zügigeren Mid-Tempo Bereich, der Klang ist relativ klar, lässt aber dennoch den nötigen Underground-Spirit nicht missen. Atmosphärische Gitarrenlinien bilden von Beginn an eine dichte, raue aber dennoch differenzierte Klanglandschaft mit einem melodischem Gebilde und dazu eine Vielfalt an Riffs,  angetrieben von einem kompetent ausgeführtem aber einfach gehaltenem Schlagzeug Spiel, selbst bei den Vocals wird eine ganze Palette an Techniken verwendet. „Teufelskreise“  ist ein kompaktes Werk geworden, es bietet fesselnde Kompositionen und eine gehörige Portion Räudigkeit, die viele Künstler heutzutage schmerzlich vermissen lassen. Wer die beiden Demos der Band kennt wird mit Freude feststellen, dass sich das Duo nochmal enorm gesteigert hat, besonders im Hinblick auf das deutlich fokussierter wirkende Songwriting.     Underground Black Metal hatte leider in letzter Zeit durch viele 'Grottenbands' den Ruf, nicht wirklich talentierte Musiker vorweisen zu können. In vielen Fällen stimmt diese These leider auch. Auf Wald Geist Winter trifft dieses aber nicht zu, sie können sich deutlich von der Masse an Bands abheben und liefern uns  mit ihren Debüt- Album „Teufelskreise“ kurz vor Jahresende noch ein absolutes Highlight ab. Wer nicht viel mit Bands wie Dimmu Borgir oder Cradle Of Filth am Hut hat und auf Black Metal der rohen Art steht, sollte sich unbedingt die Zeit zum Probehören nehmen


8,5 von 10 Punkten

[666YOEK]












AGALLOCH

Marrow of the Spirit

VÖ: Bereits erschienen


FOLK/BLACK METAL


Ich denke man muss Agalloch nicht weiter vorstellen. Die Band aus den USA hat bereits einen recht hohes Ansehen in der Black Metal Szene erhalten und das trotz der recht geringen Schwarzmetall Anteile. Die Mitglieder um John Haughm legen inzwischen ihr viertes Studioalbum "Marrow of the Spirit" vor. Nach der zuletzt starken Veröffentlichung von "Ashes Against the Grain" konnte man
gespannt sein ob Agalloch das Zeug dazu haben dieses Niveau zu halten.
Das Album beginnt mit dem Song "They Escaped The Weight Of Darkness", welcher von Naturgeräuschen dominiert und von einem Cello begleitet wird.  Mit deutlichem Black Metal und Post-Rock Anteil folgt "Into the Painted Grey", mit spannungsaufbauenden Breaks und düsterer Untermalung. Etwas melancholischer und mitreißender kommt "The Watcher's Monolith" daher. Dort werden auch die typischen und von Agalloch hin und wieder bekannten Clean-Vocals eingesetzt. Desweiteren merkt man dort das Agalloch viel Wert auf ihre Gitarrenarbeit legen und gekonnt ausüben. Mit einem Klavierpart kommt dieser Song zum Ende. "Black Lake Nidstan" beginnt mit einem ordentlichen Anteil an Ambient welcher stetig steigt und daraufhin ins Instrumentale übergeht. Gefolgt von verzweifelten Vocals geht es nun wieder über in einen Ambient angehauchten Abschnitt, der die Spannung hält um abschließend wieder einen Wechsel in den Mid-Tempo-Black Metal zu machen. Und da wir gerade beim Mid-Tempo-Schwarzmetall sind, geht es damit auch weiter. "Ghosts Of The Midwinter Fires" heißt der nächste Titel. Dort kommen aber auch des Öfteren Knüppel-Parts daher, welche dann wieder unterbrochen werden und mit spannungssteigender Instrumentalarbeit fortgeführt werden bis der Song von Instrumentalfetzen vollendet wird. Abschließend folgt mit "To Drown" ein fast purer Ambient Track. Hin und wieder durch die Akustik - Gitarre und das Schlagzeug begleitet.
Ich muss gestehen, ich war beim ersten Mal durchhören leicht skeptisch, was sich jedoch am Ende ins Positive entwickelte. Agalloch hat mit dem neuen Album ein etwas anderes Album veröffentlicht, was ich so nicht erwartet hätte. Es ist sehr interessant und bekommt erst nach mehrmaligem Hören seine volle Entfaltung. Doch wenn man sich erst einmal in dieses Album eingelebt hat, ist es passend für die uns bevorstehende Winterzeit und darüber hinaus.


8 von 10 Punkten

[Andreas]











A CLOUD FOREST

Through The Eyes Of The Ambivalent

VÖ: Bereits erschienen

ANARCHISTIC BLACK METAL

Anarcho Schwarzmetall? Noch immer kommt dieses neue Genre vielen Metalheads mehr als seltsam vor. Allerdings gibt es ihn und er scheint zumindest im untersten Underground tatsächlich Fuß fassen zu können. Denn A Cloud Forest legen mit dem Album "Through The Eyes Of The Ambivalent" nach einer Demo dieses Jahr bereits den zweiten Release vor. Und wie auch schon bei "Don't Stand At My Grave And Weep" regiert auch auf dieser Scheibe atmosphärischer teilweise doomiger Black Metal, der mit Effekten nur so vollgestopft wurde. Die sechs zum Teil überlangen Tracks ('This Dying Heart' dauert allein 12 Minuten!) ziehen sich wie ein Lavastrom und sind sehr ausladend. Da kann es wie beim obengenannten Song schon mal sein, dass unverzerrte Intro-Riffs zwei Minuten vor sich hin wabern bevor es erst richtig losgeht. Das macht den Zugang zum Material für den Otto-Normal-Metaller etwas schwer. Ebenso wie das von 80s Darkwave inspirierte und mit Deathrock-Gesang angereicherte Stück 'Cain', das die musikalische Toleranz des Hörers austestet. Lobend hervorheben lassen sich Lieder wie 'Blessed With This Curse' oder 'The Pagns Of Conscience', die sehr nach epischen und pechschwarzen Bathory klingen und auch die an Dead-erinnernden Vocals gut zur Geltung kommen lassen. Darüber hinaus  wird das Instrumental 'Coronach'  Fans von ruhigen ambienten Klängen gefallen.
Alles in allem macht die Langrille ihrem Namen alle Ehre verleitet zu einer ambivalenten Bewertung. Einerseits überzeugen die Amis durch  Epik, Atmosphäre und Finsternis. Zum anderen sind die Songs viel zu lang, über weite Strecken zu monoton und generell zu sehr mit kratzigen und störenden Effekten infiziert. A Cloud Forest zeigen dass sie eine Menge Potential haben, aber es noch nicht ganz ausschöpfen können. Dennoch sollten Fans von ambienten und progressivem Black Metal ein Ohr riskieren. Linkes Gedankengut in den Texten ist mir übrigens wie auch bei der Demo selbst nach mehrmaligem Hören nicht aufgefallen.

Wer nun Blut geleckt hat, kann die Special Edition des Albums für sehr günstige 4$ unter http://www.myspace.com/acloudforest bestellen oder für 3$ downloaden.


7 von 10 Punkten


[Adrian]











BANE

Chaos, Darkness & Emptiness

VÖ: Bereits erschienen

BLACK METAL / DEATH METAL

Neu ist die Vermischung von Black Metal und Death Metal sicherlich nicht, aber nicht immer gelingt es Bands, die richtige Mischung  zu finden. Mal überwiegt der Todesblei- bzw. der Schwarzmetallanteil.
Die Serben Bane bilden mit ihrer neuen Langrille „Chaos, Darkness & Emptiness“ da keine Ausnahme. Zwar macht sich bei den ersten beiden Songs „The True Insomnia“ und „Pandemonium“  der angesprochene Stilmix bemerkbar. Allerdings gewinnen im weiteren Verlauf fiese Screams und  melodische Dissection-Riffs die Oberhand. Überhaupt fühlt man sich an vielen Stellen an das Schaffen von Herrn Nödtveidt erinnert (unter anderem auch in Tracks wie „Inherited Infection“ oder „Abhorrence“). Die Gitarren erklingen in melancholischen und depressiven Lagen und lassen sich auch mal gerne im Mid-tempo Bereich nieder. Jedoch finden sich auch andere Einflüsse auf dieser Scheibe wieder. Zum einen stehen schwedische Bands wie Devian und Naglfar Pate bei den rasanten Teilen des Liedguts. Während in Songs wie „Plague Upon Yourself“  teilweise mit post-metallischem Shoegaze à la Alcest aufgewartet wird.
Bei allen genannten Einflüssen kommen leider die eigenen Akzente etwas zu kurz und man fühlt sich in erster Linie an andere Bands erinnert. Die Osteuropäer machen ihre Sache dennoch gut und „Chaos, Darkness & Emptiness“ wird abgesehen von Intro und Outro (welche mit drei bzw. fünf (!) Minuten etwas lang geraten sind) nicht langweilig. Fans der obengenannten Bands werden nicht enttäuscht sein und können sich guten Gewissens diese Extrem Metal Melange zulegen.

7,5 von 10 Punkten

[Adrian]











TRUPPENSTURM


Salute to the Iron Emperors

VÖ:  bereits erschienen


WAR BLACK METAL

Truppensturm, War Metal aus Übach-Palenberg a la Blasphemy, legt den zweiten Longplayer zum Krieg bereit. Krieg ist ein wirklich gutes Stichwort bei diesem Album, denn es überrumpelt einen fast noch mehr als der Vorgänger „Fields of Devastation“.
Der Opener des Albums, Obliteration of all Beings, öffnet mit einem epischen Bombenalarm Intro, welches nach einer Minute und 40 Sekunden in Geknüppel der feinsten Sorte übergeht. Und die Geschwindigkeit nimmt in keinem Song ab. Stumpfes, primitives Riffing das ganze Album über, Solos oder Midtempo-Wechsel gibt es so gut wie gar nicht. Aggression pur. Roher Sound. SO muss das sein!
Ja, was uns der Vangard von Rimburg da liefert, macht sehr viel Spaß zu hören und wird auch bei mehrmaligem Hören nicht langweilig. Und das ist es, was ich bei einer Band aus diesem Genre erwarte.
Wenn Krieg einen Soundtrack hat, dann den.

9 von 10 Punkten



[Simon]