Classic Reviews

OCTOBER TIDE

Rain Without End

VÖ: 1997

DEATH DOOM METAL

Vielen Metalfans wird der Name October Tide  nicht viel sagen, aber die beteiligten Musiker sind aber keine Unbekannten. Einige Ex-Mitglieder von Katatonia formten diese Kapelle, um den alten düsteren und doomigen Stil der schwedischen Kapelle fortzusetzen. Wem also neuere Katatonia zu poppig sind sollte bei October Tide aufhorchen. „Rain Without End“ ist aber auch so ein bärenstarkes Album. Vom ersten Track („12 Days Of Rain“ – ein absolutes Doom Highlight!) bis zum siebten und letzten Lied („Infinite Submission“) bekommt man doomige und zähe Todesblei Kost vom feinsten. Die Riffs sind wie im Genre üblich Low Tempo und sehr tief, auch wenn sie gelegentlich etwas verträumt und catchy sind. Das Album ist ideal für nasskalte Oktoberabende und ist der perfekte Soundtrack für die  nächste Winterdepression. Negatives lässt sich nicht über diese Scheibe schreiben, außer vielleicht, dass die Spielzeit mit 38 Minuten etwas kurzgeraten ist. Denn den Schweden kann man stundenlang lauschen.
Ich kann also allen empfehlen ein Ohr zu riskieren, denen Katatonia, My Dying Bride und Paradise Lost zu poppig geworden sind und umgekehrt Drone und Funeral  Doom zu langweilig sind. Vorsicht Suchtgefahr!

9 von 10 Punkten

[Adrian]






















BATHORY

Under The Sign Of The Black Mark

VÖ: 1986

OLD-SCHOOL BLACK METAL

Es ist nun schon tatsächlich ein Vierteljahrhundert her, dass Quorthon sich mit diesem Album aufmachte und die Extrem Metal Welt veränderte. Sowohl Death Metal wie auch Black Metal Acts berufen sich auf dieses Meisterwerk der schwarzen Klangkunst. Aber was macht „Under The Sign Of The  Black Mark“ so besonders? Bereits nach den ersten Minuten des Albums wird einem klar wie viele (heute selbst einflussreiche) Bands von diesen Liedern beeinflusst wurden.
So hat man zum Beispiel bei dem stampfenden Mid-Tempo Kracher „Call From The Grave“ das Gefühl unentwegt Immortal herauszuhören, während die Old-School Death Metal Riffs in “Massacre“ vermuten lassen wo sich schwedische Elchtod Kapellen wie Nihilist bedient haben. Dass allerdings auch Quorthon nicht ganz ohne Vorbilder ausgekommen ist beweist „Woman Of Dark Desires“. Diese pechschwarze Variante eines typischen Venom-Songs verdeutlicht, dass Quorthon früher sehr wohl Chronos samt Anhang gehört haben muss, auch wenn er selbst immer das Gegenteil behauptet hat. Ebenso erkennt man zum Beispiel bei „Equimanthorn“, dass den Schweden auch alte Untaten von Sodom oder Destruction nicht ganz kalt gelassen haben dürften (vielleicht auch noch Sacrofago, aber da beide Bands parallel musizierten ist schwer zu sagen in wie weit sie sich beeinflusst haben).
Bei solch einem Review darf allerdings ein Track keinesfalls unerwähnt bleiben. „Enter The Eternal Fire“! Eine Hymne für die Ewigkeit deren Erhabenheit man geradezu spüren kann. Sobald das Gitarrensolo einsetzt wird es dann nochmal um einiges epischer. Man hat das Gefühl auf einem Berg zu stehen und den eisigen Wind zu spüren, der aus dem Norden weht. Einfach gigantisch.
Schade nur, dass nach eben diesem Track die Spannung des Albums ein wenig abnimmt. „Chariots Of Fire“ heizt einem zwar durch seine Geschwindigkeit noch einmal richtig ein und zeigt einen Ausblick, was den Extreme-Metal-Fan in den 90ern erwarten sollte, aber „13 Candles“ und „Of Doom“  verblasst dann aber im Angesicht, der anderen überlebensgroßen Lieder dieser Scheibe.
Und so bleibt der Punktabzug schlussendlich in einem überschaubaren Rahmen und dieses Album ein Jahrhundertwerk von einem viel zu früh verstorbenen Genie!

9,5 von 10 Punkten

[Adrian]